Das Städtchen ist sooo schön und herzig! Im Allgemeinen ist Tasmanien irgendwie ein bisschen europäisch, es ist natürlich viel kälter als Newcastle, und Tasmanien hat die vier Jahreszeiten! Es hatte also überall farbige Blätter und ich wurde ein bisschen nostalgisch. Es roch auch so nach Herbst, so wie in der Schweiz. Am Abend kochte Helen ein wundervolles japanisches Gericht und es war absolut köstlich. Am Freitag war dann ANZAC day, einer der wichtigsten Feiertage in Australien. ANZAC steht für Australia and New Zealand Army Core und an diesem speziellen Tag gedenkt man allen Soldaten, die für Australien in Kriegen (vor Allem dem ersten und zweiten Weltkrieg sowie dem Krieg in Vietnam) gekämpft haben und gefallen sind. Wir begannen den Tag ganz früh und gingen zum "Dawn Service", dem "Gottesdienst bei Sonnenaufgang". Dieser Gottesdienst bzw. Gedenkservice fand beim War Memorial statt, welches sich auf einem Hügel befindet, von wo aus man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und den Fluss und Hafen hat.
Es war wirklich atemberaubend und die Stimmung war wunderschön. Das Wetter war super aber sehr kalt, und wir konnten den Sonnenaufgang beobachten, was einfach fantastisch war. Die Reiter im Morgengrauen:
Nach dem Gottesdienst gingen wir alle nach Hause und hatten ein grosses Frühstück mit echtem Brot aus der Bäckerei! Also so richtiges Vollkornbrot mit Kruste, fast so wie in der Schweiz! Aaaah das war so gut! Anschliessend gingen wir zurück in die Stadt an die Parade. Olivia, Helen, Rodney und Angela:
An der Parade marschieren alle Kriegsveteranen und Verwandte von gefallenen Soldaten, und alle tragen ihre Medaillen, die sie für gute Taten bekommen haben. Leute, die Medaillen an ihrer linken Brust tragen, tragen ihre eigenen Medaillen, und Leute, die Medaillen an der rechten Brust tragen, tragen Medaillen von verwandten, verstorbenen Soldaten und repräsentieren somit die gefallenen Soldaten. Rodney war früher in der Navy, deshalb marschierte auch er.
Es war sehr interessant, die ganze Parade! So etwas ist für uns Schweizer ganz ungewohnt, denn wir haben ja nie in einem Krieg gekämpft und haben deshalb auch keine Veteranen... Alle Leute marschierten zum War Memorial, wo dann ein weiterer Gottesdienst stattfand. Am Schluss des Gedenkgottesdienstes sangen wir alle zuerst die Britische Nationalhymne (welche bis vor ein paar Jahren auch die Australische Nationalhymne war), die Neuseeländische Nationalhymne und die Australische Nationalhymne. Anschliessend stellte mich Helen dem Lord Mayor of Hobart, dem Stadtpräsidenten von Hobart, vor!! Was für eine Ehre! (Helen kennt ihn nämlich :))
Das war auf jeden Fall ein ganz besonderer Moment. Nach dem Gottesdienst lud Rodney uns alle in ein schönes Restaurant zu einem späten Lunch ein. Und am Abend nahm mich Angela dann mit in den Ausgang! Das war super, ich lernte ihre Freunde kennen und wir hatten es wirklich sehr lustig zusammen! Am nächsten Morgen waren wir dementsprechend müde, aber wir konnten schon ein bisschen ausschlafen. Wir gingen dann zusammen auf den Markt in Hobart, wo wir uns für eine Weile "vertörlerten". Dieser Markt war also super, ich musste die ganze Zeit an Mami denken, denn ihr hätte das wahnsinnig gefallen. Etwas später gingen ich, Angela, Olivia und Victoria (Angelas Schwestern) an den Hafen, wo wir auf so ein altes, hölzernes Segelschiff gingen, um segeln zu gehen! Das Schiff war wirklich wie aus dem letzten Jahrhundert! 
Es waren auch noch ein paar andere Leute und die Schiffscrew auf dem Schiff und wir verbrachten den ganzen Tag dort. Der Schiffscaptain war eine Frau, Sarah, die früher einmal ein Mann war :) Aber es war wirklich super. Wir durften das Schiff steuern, die Segel setzen und das Deck schrubben, und sogar den Mast hochklettern! (Auch ich versuchte, hochzuklettern, aber auf halbem Weg wurde es mir plötzlich doch ein bisschen zu hoch und ich ging wieder runter. Ich musste dann halt das Deck schrubben :)). Was für ein guter Tag! Victoria und Olivia sind ganz liebe und nette Mädchen und ich kam von Anfang an sehr gut mit ihnen aus und wir hatten es so lustig.Die beiden Olivias:
Angela, Victoria und ich:
m nächsten Tag nahm Helen mich, Angela, Victoria und Olivia mit auf einen Ausflug. Wir gingen zuerst zum "non-tropical" Regenwald oberhalb von Hobart und machten dort einen Spaziergang durch den Wald. Es war sehr kalt, aber die Luft war ganz anders dort im Wald. Und die Eukalyptus Bäume waren soooo gross! Wir spazierten zu einem Wasserfall und die Stimmung war ganz besonders.
Einfach ganz anders und schön. Hobart von Oben, in der Nähe des Regenwaldes:
Danach hatten wir einen kleinen Lunch und gingen anschliessend nach Richmond, ein kleines Städtchen etwa eine halbe Stunde von Hobart entfernt, wo wir ein altes Gefängnis besuchten.
Ich lernte einiges über die Convicts und das war sehr interessant. Anschliessend machten wir einen weiteren Spaziergang durch einen Park in der Nähe von Sandy Bay neben der Cascade Brewery, der ältesten Brauerei in Australien.
Es war so schön, alles war voller Laub und die Farben waren so schön! Aah...Am nächsten Tag gingen Angela und ich am Morgen zur Cascade Brewery, wo wir an einer Tour durch die Gebäude teilnahmen.


Wir lernten einiges über die Geschichte der Brauerei und über die Bierbrauerei kennen, was sehr interessant war. Anschliessend trafen wir Olivia in Hobart und gingen zusammen ins Kino. Und zwar ins "Gold Class" Kino, das ist so wie ein spezielles Kino mit Luxus Sesseln, und man könnte dort auch wie in einem Restaurant Menüs bestellen und alles drum und dran. Das haben wir aber nicht gemacht. Am Abend war dann mein letzter Abend in Tasmanien... Belinda (Angelas älteste Schwester) und ihr Freund Grant kamen vorbei und wir hatten ein wunderbares Abendessen zusammen. Ich verbrachte wirklich ein paar wunderschöne Tage in Tasmanien und es gefiel mir so gut, es war einfach wunderschön. Es war so schön, Angelas Familie kennenzulernen und Tasmanien zu erleben. Am Dienstag Morgen musste ich dann wieder zurück nach Newcastle gehen. Ich flog von Hobart nach Melbourne, stieg dort um und flog weiter nach Sydney, von wo aus ich dann den Zug wieder zurück nach Newcastle nahm. In Newcastle holte mich Kate von Bahnhof ab, und als ich zu Hause ankam, hatte ich nur etwa 5 Minuten Zeit, bis mich Denise abholte und mit mir ans Rotary Meeting ging. Es war also ein ziemlich stressiger Tag und ich war unglaublich müde am Abend. Am Mittwoch ging ich dann wieder zurück in die Schule. Es war - wie immer - schön, alle wieder zu sehen. Es wird nun auch hier in Newcastle kühler, nicht gerade so kalt wie in Tasmanien, aber es kommt nun langsam der Winter hier. Dies ist übrigens mein neues zu Hause und der Blick von meinem neuen zu Hause auf den See. Schön, nicht wahr :) :
Gestern Abend ging ich spontan wieder ins Kino, ich hatte nämlich noch Kino Gutscheine und die löste ich dann ein. Wir schauten uns den Film "Street Kids" an. Ja, und jetzt bin ich eben wieder in der Schule und ich muss sagen, ich geniesse es eigentlich sehr. Ich weiss, dass ich nicht mehr lange hier sein werde, und deshalb versuche ich, jeden Moment mit meinen Freunden zu geniessen. Allgemein, jeden Moment zu geniessen.... I'm running out of time.
1 Kommentar:
Hallo Livi,
Welch eine interessante Woche du doch in Tasmanien bei den "Cameron- Tucker's verbracht hast...es war sicher wunderschön, wieder mal Angela und vor allem ihre Familie zu sehen und kennen zu lernen...
Ich war mir sicher, dass du dich dort wohl fühlen würdest...
Euer telefonanruf hat uns sehr gefreut.
E liebe Gruess und es Küssli
Mam
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