Mittwoch, 30. April 2008

TASMANIA!!!

Ich hatte nicht gross Zeit, mich einzuleben, denn am Dienstag Nachmittag nahm ich den Zug nach Sydney, um von dort aus meine Reise nach Tasmanien anzutreten. Ich übernachtete bei Nanny Joy und wir verbrachten einen gemütlichen Fernseh Abend mit gutem Essen und einem guten Tropfen Wein :) Am Mittwoch brachte mich Nanny Joy dann an den Flughafen. Von dort aus flog ich via Melbourne nach Hobart, Tasmanien, wo ich am Abend dann ankam. Dort wurde ich dann auch gleich von Angela, Victoria (ihre Schwester) und Helen (ihre Mutter) abgeholt! Angela war im Jahr 2007 eine Austauschschülerin in der Schweiz und sie wohnte für 5 Monate bei uns am Grundackerweg 7. Ich war so aufgeregt und konnte es kaum erwarten, Angela nach so langer Zeit wieder zu sehen! Es war ein wunderschönes Wiedersehen und ich freute mich riesig, bei ihnen zu sein. Wir fuhren also zurück zum Haus wo Angela wohnt. Cameron- Tuckers wohnen gerade neben Hobart in einem schönen Suburb namens Sandy Bay von wo aus man einen wunderschönen Blick auf Hobart und den Fluss hat. Angela und ich verbrachten eigentlich dann den ganzen Abend mit reden, reden und reden. Wir hatten einander sooo viel zu erzählen, so viele Geschichten und Erfahrungen auszutauschen, und das war sehr schön und interessant. Am nächsten Tag gingen wir früh los; Angela nahm mich mit in ihre Schule :) Wir hatten nur am Morgen Schule, und zwar den ganzen Morgen Modern History. Ich wurde sofort integriert und ich musste eine Rede vorbereiten, die ich anschliessend vor der ganzen Klasse halten musste :) Am Mittag nahm Rodney (Angelas Vater) mich und Angela mit an das Rotary Meeting des Rotary Club of Hobart. Das fand ich sehr gut und sehr interessant, und es war auch ziemlich anders als die Meetings die ich von meinem Hostclub gewohnt bin. Nach dem Meeting nahm mich Angela mit auf eine kleine Tour durch das Städtchen und an den Hafen von Hobart, wo wir uns Gelato gönnten. Das Städtchen ist sooo schön und herzig! Im Allgemeinen ist Tasmanien irgendwie ein bisschen europäisch, es ist natürlich viel kälter als Newcastle, und Tasmanien hat die vier Jahreszeiten! Es hatte also überall farbige Blätter und ich wurde ein bisschen nostalgisch. Es roch auch so nach Herbst, so wie in der Schweiz. Am Abend kochte Helen ein wundervolles japanisches Gericht und es war absolut köstlich. Am Freitag war dann ANZAC day, einer der wichtigsten Feiertage in Australien. ANZAC steht für Australia and New Zealand Army Core und an diesem speziellen Tag gedenkt man allen Soldaten, die für Australien in Kriegen (vor Allem dem ersten und zweiten Weltkrieg sowie dem Krieg in Vietnam) gekämpft haben und gefallen sind. Wir begannen den Tag ganz früh und gingen zum "Dawn Service", dem "Gottesdienst bei Sonnenaufgang". Dieser Gottesdienst bzw. Gedenkservice fand beim War Memorial statt, welches sich auf einem Hügel befindet, von wo aus man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und den Fluss und Hafen hat. Es war wirklich atemberaubend und die Stimmung war wunderschön. Das Wetter war super aber sehr kalt, und wir konnten den Sonnenaufgang beobachten, was einfach fantastisch war. Die Reiter im Morgengrauen: Nach dem Gottesdienst gingen wir alle nach Hause und hatten ein grosses Frühstück mit echtem Brot aus der Bäckerei! Also so richtiges Vollkornbrot mit Kruste, fast so wie in der Schweiz! Aaaah das war so gut! Anschliessend gingen wir zurück in die Stadt an die Parade. Olivia, Helen, Rodney und Angela: An der Parade marschieren alle Kriegsveteranen und Verwandte von gefallenen Soldaten, und alle tragen ihre Medaillen, die sie für gute Taten bekommen haben. Leute, die Medaillen an ihrer linken Brust tragen, tragen ihre eigenen Medaillen, und Leute, die Medaillen an der rechten Brust tragen, tragen Medaillen von verwandten, verstorbenen Soldaten und repräsentieren somit die gefallenen Soldaten. Rodney war früher in der Navy, deshalb marschierte auch er. Es war sehr interessant, die ganze Parade! So etwas ist für uns Schweizer ganz ungewohnt, denn wir haben ja nie in einem Krieg gekämpft und haben deshalb auch keine Veteranen... Alle Leute marschierten zum War Memorial, wo dann ein weiterer Gottesdienst stattfand. Am Schluss des Gedenkgottesdienstes sangen wir alle zuerst die Britische Nationalhymne (welche bis vor ein paar Jahren auch die Australische Nationalhymne war), die Neuseeländische Nationalhymne und die Australische Nationalhymne. Anschliessend stellte mich Helen dem Lord Mayor of Hobart, dem Stadtpräsidenten von Hobart, vor!! Was für eine Ehre! (Helen kennt ihn nämlich :)) Das war auf jeden Fall ein ganz besonderer Moment. Nach dem Gottesdienst lud Rodney uns alle in ein schönes Restaurant zu einem späten Lunch ein. Und am Abend nahm mich Angela dann mit in den Ausgang! Das war super, ich lernte ihre Freunde kennen und wir hatten es wirklich sehr lustig zusammen! Am nächsten Morgen waren wir dementsprechend müde, aber wir konnten schon ein bisschen ausschlafen. Wir gingen dann zusammen auf den Markt in Hobart, wo wir uns für eine Weile "vertörlerten". Dieser Markt war also super, ich musste die ganze Zeit an Mami denken, denn ihr hätte das wahnsinnig gefallen. Etwas später gingen ich, Angela, Olivia und Victoria (Angelas Schwestern) an den Hafen, wo wir auf so ein altes, hölzernes Segelschiff gingen, um segeln zu gehen! Das Schiff war wirklich wie aus dem letzten Jahrhundert! Es waren auch noch ein paar andere Leute und die Schiffscrew auf dem Schiff und wir verbrachten den ganzen Tag dort. Der Schiffscaptain war eine Frau, Sarah, die früher einmal ein Mann war :) Aber es war wirklich super. Wir durften das Schiff steuern, die Segel setzen und das Deck schrubben, und sogar den Mast hochklettern! (Auch ich versuchte, hochzuklettern, aber auf halbem Weg wurde es mir plötzlich doch ein bisschen zu hoch und ich ging wieder runter. Ich musste dann halt das Deck schrubben :)). Was für ein guter Tag! Victoria und Olivia sind ganz liebe und nette Mädchen und ich kam von Anfang an sehr gut mit ihnen aus und wir hatten es so lustig.Die beiden Olivias: Angela, Victoria und ich:m nächsten Tag nahm Helen mich, Angela, Victoria und Olivia mit auf einen Ausflug. Wir gingen zuerst zum "non-tropical" Regenwald oberhalb von Hobart und machten dort einen Spaziergang durch den Wald. Es war sehr kalt, aber die Luft war ganz anders dort im Wald. Und die Eukalyptus Bäume waren soooo gross! Wir spazierten zu einem Wasserfall und die Stimmung war ganz besonders. Einfach ganz anders und schön. Hobart von Oben, in der Nähe des Regenwaldes: Danach hatten wir einen kleinen Lunch und gingen anschliessend nach Richmond, ein kleines Städtchen etwa eine halbe Stunde von Hobart entfernt, wo wir ein altes Gefängnis besuchten. Ich lernte einiges über die Convicts und das war sehr interessant. Anschliessend machten wir einen weiteren Spaziergang durch einen Park in der Nähe von Sandy Bay neben der Cascade Brewery, der ältesten Brauerei in Australien. Es war so schön, alles war voller Laub und die Farben waren so schön! Aah...
Am nächsten Tag gingen Angela und ich am Morgen zur Cascade Brewery, wo wir an einer Tour durch die Gebäude teilnahmen. Wir lernten einiges über die Geschichte der Brauerei und über die Bierbrauerei kennen, was sehr interessant war. Anschliessend trafen wir Olivia in Hobart und gingen zusammen ins Kino. Und zwar ins "Gold Class" Kino, das ist so wie ein spezielles Kino mit Luxus Sesseln, und man könnte dort auch wie in einem Restaurant Menüs bestellen und alles drum und dran. Das haben wir aber nicht gemacht. Am Abend war dann mein letzter Abend in Tasmanien... Belinda (Angelas älteste Schwester) und ihr Freund Grant kamen vorbei und wir hatten ein wunderbares Abendessen zusammen. Ich verbrachte wirklich ein paar wunderschöne Tage in Tasmanien und es gefiel mir so gut, es war einfach wunderschön. Es war so schön, Angelas Familie kennenzulernen und Tasmanien zu erleben. Am Dienstag Morgen musste ich dann wieder zurück nach Newcastle gehen. Ich flog von Hobart nach Melbourne, stieg dort um und flog weiter nach Sydney, von wo aus ich dann den Zug wieder zurück nach Newcastle nahm. In Newcastle holte mich Kate von Bahnhof ab, und als ich zu Hause ankam, hatte ich nur etwa 5 Minuten Zeit, bis mich Denise abholte und mit mir ans Rotary Meeting ging. Es war also ein ziemlich stressiger Tag und ich war unglaublich müde am Abend. Am Mittwoch ging ich dann wieder zurück in die Schule. Es war - wie immer - schön, alle wieder zu sehen. Es wird nun auch hier in Newcastle kühler, nicht gerade so kalt wie in Tasmanien, aber es kommt nun langsam der Winter hier. Dies ist übrigens mein neues zu Hause und der Blick von meinem neuen zu Hause auf den See. Schön, nicht wahr :) :
Gestern Abend ging ich spontan wieder ins Kino, ich hatte nämlich noch Kino Gutscheine und die löste ich dann ein. Wir schauten uns den Film "Street Kids" an. Ja, und jetzt bin ich eben wieder in der Schule und ich muss sagen, ich geniesse es eigentlich sehr. Ich weiss, dass ich nicht mehr lange hier sein werde, und deshalb versuche ich, jeden Moment mit meinen Freunden zu geniessen. Allgemein, jeden Moment zu geniessen.... I'm running out of time.

Samstag, 19. April 2008

neue Familie

Eine weitere Woche ist vergangen und es ist viel passiert. Da ich ja unter chronischem Schlafmagel litt, legten ich und meine Gastbrüder einen ruhigen Dienstag ein, was uns allen sichtlich gut tat. Am Dienstag Abend wurde ich dann von Denise wieder abgeholt und wir gingen zu einem andern Rotary Club als Gäste an ein Rotary Meeting. Das war sehr interessant, mal einen anderen Rotary Club zu sehen! Es war eigentlich so ziemlich das Gleiche wie unser Rotary Club, aber trotzdem war es irgendwie anders. Es ist Alicjas und Corinnas Rotary Club (Austauschschülerinnen aus Polen und Deutschland). Am Dienstag Abend war Sally dort, ein Mädchen das vor zwei Monaten von ihrem Austauschjahr in Amerika zurück nach Australien kam, und Sally hatte ihre Präsentation über ihr Jahr in Amerika. Es war sehr interessant und schön, und es ist einfach immer wieder unglaublich zu sehen wie toll das ganze Youth Exchange Programm ist.

Am Mittwoch traf ich Corinna aus Deutschland, Shoki aus Japan und zwei Austauschschülerinnen aus dem Sydney Distrikt in Newcastle. Die Austauschschülerinnen aus dem Sydney Distrikt werden mit uns auf den Big Trip durch Australien, den Capricorn Ramble gehen und ich freue mich schon sehr darauf. Die Mädchen waren aus Deutschland und Frankreich und die waren wirklich wahnsinnig lustig und ich kam gerade von Anfang an gut mit ihnen aus. Wir gingen alle zusammen „käfelen“ und plauderten den ganzen Nachmittag. Etwas später kam auch noch Malte vorbei, der Deutsche Austauschschüler aus meiner Schule. Malte geht in ein bisschen mehr als einer Woche zurück nach Deutschland… Und das war das letzte Mal dass ich ihn sah… Es war schon traurig, ihm Tschüss zu sagen. Ich hasse Abschiede… Aber Deutschland ist ja nicht weit weg von der Schweiz. Am Mittwoch Abend ging ich dann wieder in den Ausgang. Ich ging zuerst zu Jack nach Hause, wo wir uns alle trafen. Jack wohnt nämlich direkt in der Stadt, also konnte ich auch gleich dort übernachten und mir so die Taxikosten sparen :) Das war wirklich ein guter Abend, muss ich sagen! Am Donnerstag kam ich dann so gegen den Mittag wieder zurück nach Hause. Etwas später gingen wir alle zusammen nach Maitland, um meinen Gastbrüdern beim Motocross Training zuzuschauen. Die Gilks’ haben nämlich einen „Practice Track“ auf dem Land, wo die beiden Jungs immer üben können. Die Stimmung dort draussen war sehr schön uns speziell… Es war so still (abgesehen von den Motorrädern) und man konnte so viele Grillen hören! Und dann konnten wir auch noch den Sonnenuntergang sehen. Es war unglaublich schön. Sonnenuntergänge in Australien sind irgendwie ganz anders als in der Schweiz. Das Licht und die ganze Stimmung ist anders, einfach sehr schön. Als wir wieder zurück nach Hause kamen, wurde ich schon wieder von Denise abgeholt. Ich ging mit ihr mit an ein Interview, wo sie eine zukünftige Austauschschülerin interviewten. Ich fand das natürlich super und sehr interessant, dabei zu sein, und sogar ich durfte ihr einige Fragen stellen. Das Ganze erinnerte mich wahnsinnig fest daran, als ich mit den Plänen für mein Austauschjahr begann… Es scheint als sei es Ewigkeiten her.

Am Freitag war dann mein letzter Tag mit den Gilks’… Ich war sehr traurig, denn ich wollte wirklich nicht umziehen. Die Gilks’ sind eine wunderbare Familie und ich kam ihnen sehr nahe, und ich fühle mich wirklich als Teil ihrer Familie, was ein wunderschönes Erlebnis ist. Ich begann also am Freitag, meine Koffer zu packen. Ich habe so viele Sachen! Aaah ich muss wirklich noch ein paar Pakete nach Hause schicken bevor ich zurück in die Schweiz komme… Am Abend kochte ich dann für die Gilks’ Älplermaccaroni und Apfelmus. Und ich muss mir wirklich selber auf die Schulter klopfen, es war wirklich gut! Und es war sehr schweizerisch :) Und meine Gastfamilie mochte es sehr gut, was mich natürlich sehr freute! Nach dem Abendessen gab ich meiner Gastfamilie ein kleines Geschenk, das ich für sie gemacht habe. Ich machte ihnen nämlich ein kleines Buch mit ganz vielen Erinnerungen, einem Dankesbrief und Bildern drin von der Zeit, die ich mit ihnen verbracht habe. Sie haben sich sehr gefreut und sie waren alle traurig, dass ich gehen musste… Und das machte mich noch trauriger. Auch meine Gastbrüder waren traurig! Am nächsten Tag musste ich dann umziehen. Ich musste zuerst meinen Brüdern Tschüss sagen, was mir beinahe das Herz brach. Es tönt vielleicht doof… Aber es war wirklich so. Dann luden mich meine Gasteltern Kevin und Rebekah bei meiner vierten Gastfamilie in Valentine ab. Und Kevin und Rebekah mussten sogar ein bisschen weinen! Aaah… Ich hasse Familienwechsel… Es ist immer traurig, aber auch schön, etwas Neues zu beginnen und etwas Neues zu sehen. Meine neue Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter Jenni und meiner Gastschwester Kate (sie ist 22) und es ist also so ein richtiger Frauenhaushalt :) Es ist so ein bisschen wie eine WG. Und das ist sehr cool und interessant. Und obwohl ich erst seit einem Tag bei ihnen bin, fühle ich mich bereits sehr wohl und es gefällt mir gut bei ihnen. Sie wohnen in Valentine, also im gleichen Suburb wie meine erste Gastfamilie, aber etwa 20 Minuten Fussmarsch weg von meiner ersten Familie. Wir wohnen also direkt am See neben einem Park und es ist eine sehr hübsche Gegend. Es gefällt mir sehr gut. Ich hatte also nicht wirklich viel Zeit, meine Koffer auszupacken, denn Kate nahm mich am selben Abend gleich mit in den Ausgang. Kates Freund Adam ist ein Rugby Player und ich lernte all seine Rugby Kollegen kennen :) Die sind soo lustig! Und Adam wohnt auch gerade in der Stadt (eigentlich gerade neben Jack!!), deshalb konnten wir bei ihm zu Hause übernachten. Das war gut :) Heute Morgen musste Kate dann arbeiten gehen und Adam brachte mich zurück nach Hause. Ich hatte dann noch mehr Zeit, mich einzurichten und alles auszupacken, zu duschen und so weiter. Ich bin mir sicher, dass wir eine gute Zeit zusammen haben werden. Das sind nämlich wirklich super Frauen :)

Montag, 14. April 2008

busy times

Nun hat schon meine zweite Ferienwoche begonnen und ich war beinahe im Ferienstress :) Ausserdem hat nun die letzte Woche mit meiner momentanen Gastfamilie, den Gilks', begonnen... Am Montag traf ich Sarah aus Amerika und Andreas (ein Austauschschüler aus Deutschland von EF) in Newcastle zum Kaffee. Da ich Sarah schon eine Weile nicht mehr gesehen hatte, freute ich mich natürlich wahnsinnig, sie wieder zu sehen. Als ich wieder nach Hause kam, war Nykiter bereits bei uns, um mir die Haare wieder zu tönen :) Sie tönt nämlich immer die Haare ihrer Mutter und Freundin und weiss genau was sie macht, und dementsprechend ist es auch sehr gut heraus gekommen. Am Dienstag morgen holte mich Shann von zu Hause ab und wir gingen zusammen mit ihr und der Nachbarin auntie Bev nach Tuggerah shoppen. Mal wieder so ein richtiger Mädchenmorgen. Obwohl Bev schon lange kein Mädchen sondern eine ältere Frau ist :) Am Abend hatte ich dann wieder mein wöchentliches Rotary Meeting. Diesmal hatten wir einen interessanten Guestspeaker, der über Pferderennen sprach; er ist nämlich ein grosses Tier im Pferderennen Business, und Pferderennen hier in Australien sind ja sehr berühmt und beliebt und dies ist sozusagen ein weiterer Nationalsport.
Am nächsten Tag traf ich mich mit Malte, dem deutschen Austauschschüler meiner Schule. Er ist kein Rotary Austauschschüler und bleibt nur für 10 Monate in Australien und er geht in zwei Wochen schon wieder nach Hause! Da er in den vergangenen 10 Monaten noch nie in Maitland war (eine kleinere Country Town ausserhalb von Newcastle), beschlossen wir, zusammen dorthin zu gehen. Dort gibt es zwar nicht so viel zu sehen aber es ist trotzdem sehr "härzig", durch die Strassen zu gehen. Als ich dann wieder zurück nach Hause kam, wurde ich auch schon bald von einem Kollegen, Julian, abgeholt; wir gingen mit seinen Kollegen in den Ausgang. Da Julian am nächsten Tag Uni hatte, war er der Fahrer und trank nicht und konnte mich wieder nach Hause fahren. Das war natürlich super, so konnte ich mir die Taxi Kosten sparen :) Wir hatten einen guten Abend, doch war es trotzdem eine sehr späte Nacht und ich ging erst um etwa 3.30 Uhr ins Bett. Am Donnerstag war dann nicht so viel los. Irgendwie hatte ich auch plötzlich das Gefühl, ein bisschen für mich alleine zu sein, denn in der letzten Zeit war immer etwas los und ich war so gut wie nie alleine. Also ging ich alleine nach Newcastle ans Wasser und sass dort eine Weile; das Wetter war sehr schön und warm und ich genoss dies sehr. Doch dann kam so ein dummer Typ in einem Rollstuhl mich belästigen mit dummen Fragen die man normalerweise nicht stellt und das hat gleich alles verdorben, denn ich ging einfach fort und wieder nach Hause. Zu Hause wurde ich später dann von Denise und Jack abgeholt, wir gingen zusammen nach Cessnock (eine weitere Country Town) ans 50 Years Rotary Youth Exchange Anniversary Dinner! Neben mir waren auch noch ein paar andere Austauschschüler dort, unter Anderem auch der neue Japaner! Sein Name ist Shoki und er ist Coolness in Person :) Er ist wirklich ganz lustig und cool und ich freue mich sehr, mit ihm auf den grossen Trip durch Australien zu gehen. Vor dem Dinner gab es wieder so wie eine Eröffnungsfeier, wo die Austauschschüler mit ihren Landesfahnen zum Lied "we are Australians" durch den Raum gingen. Diese Momente sind immer sehr emotional, aber sehr schön.
Am Freitag traf ich mich mit ein paar Schulfreunden am Redhead Beach! Es war zwar immer noch warm und das Wetter war schön, doch es ging ein kühler Wind und das Wasser war so kalt, dass ich nicht ins Wasser ging. Wir bauten dafür eine grosse Sandburg :) So wie früher als Benj und ich noch kleiner waren... Wie immer genoss ich es sehr, meine Schulfreunde wieder zu sehen. Am Freitag Abend wurde ich dann spontan von Julian zu seiner Party eingeladen! Und ich muss sagen, das war wirklich eine der besten Parties, die ich je hatte. Wir hatten es so lustig und ich lernte all seine Freunde und Kollegen kennen! Als wir so draussen auf der Terrasse sassen, kamen plötzlich Possums und wir konnten sie füttern und streicheln... Aaah die sind einfach so härzig! Aber man muss aufpassen, denn sie haben scharfe Klauen, die einen verletzen können. Am nächsten Tag traf ich mich spontan mit Sarah aus Amerika und wir gingen zusammen ins Kino, um "Semi Pro" zu sehen. Am Abend wurde ich dann schon wieder von Denise und Jack abgeholt, diesmal ging es nach Kurri Kurri (neben Cessnock) an einen 60. Geburtstag! Greg Bevan, mein Youth Exchange Officer, hatte mich nämlich an seinen 60. Geburtstag eingeladen! Aaaah das fand ich so härzig und lieb und es freute mich natürlich sehr. Es war ein schöner und gemütlicher Abend, und als ich um 24.00 Uhr wieder zu Hause ankam, war ich soooo müde, denn an den letzten paar Abenden ging ich immer nach Mitternacht ins Bett... Am Sonntag konnte ich aber nicht ausschlafen denn wir gingen alle zusammen wieder in die Kirche. Das war das letzte Mal, dass ich mit meiner Gastfamilie an einem Sonntag in die Kirche ging, denn ich werde ja bald umziehen... Als wir von der Kirche nach Hause kamen, waren nur ich und meine Gastbrüder und ein Freund von denen zu Hause und wir kamen auf die glorreiche Idee, Wasserbomben aufzufüllen und sie an Autos zu werfen :) Aaaah das war so lustig! So wie früher im Quartier zu Hause... Natürlich, wie kann man es auch anders erwarten, hielt dann ein Auto an und sie schimpften mit uns, auch so wie früher... Aber es war so lustig! Und wir hatten etwa 30 Wasserbomben aufgefüllt und hatten ein riesengrosses Lager :)
Etwas später wurde ich von Shann wieder abgeholt und wir gingen zusammen zurück zu meiner zweiten Gastfamilie, um dort den Nachmittag zu verbringen. Scotty war auch dort und es war schön, ihn wieder zu sehen! Am Abend gingen wir dann zusammen tanzen (ballroom), was ich ja auch schon seit einer Weile nicht mehr gemacht habe. Ich blieb dann für die Nacht bei meiner zweiten Gastfamilie. Gestern am Nachmittag gingen ich, Sarah aus Amerika, meine Gastbrüder und deren zwei Freunde Schlittschuhlaufen! Das tönt komisch, so in Australien, aber im nächsten Suburb hat es eine Schlittschuhhalle. Ich war schon lange nicht mehr Schlittschuhlaufen und ich freute mich sehr. Nach etwa 10 Minuten war ich wieder voll drin und es war sooo gut! Damen, der Freund von meinem Gastbruder, war noch nie zuvor in seinem ganzen Leben weder Schlittschuhlaufen noch Inlineskaten und es war soooooo lustig ihm zuzuschauen! (Damen in orange)Aber er war gar nicht mal so schlecht fürs erste Mal. Als wir wieder nach Hause kamen, hatten wir einen lazy evening, wir assen Abendessen und schauten Filme und ich ging dann ziemlich früh ins Bett, weil ich so müde war und seit Mittwoch nie mehr früh ins Bett ging. Heute schlief ich bis 10.30 Uhr! Das tat gut! Und jetzt habe ich Muskelkater vom Schlittschuhlaufen, ich bin also wirklich voll aus der Form gekommen......... :)

Sonntag, 6. April 2008

Ferienbeginn bzw, Exams

Am Dienstag ging ich also wieder zurück in die Schule und es war schön, dass sich meine Freunde freuten, mich wieder zu sehen. Ich fühlte mich als wäre ich nach Hause gekommen. In der Schule habe ich nun mein zweites grosses Portrait fertig gezeichnet und habe gleich ein drittes begonnen. Ich bin schon ein bisschen stolz auf mich :) Vor Allem bin ich irgendwie die einzige die etwas macht, alle anderen (die, die das Arbeiten in der Schule eigentlich nötig hätten) sitzen nur herum und machen nicht wirklich etwas. Ich bin mir nun am überlegen wie ich all meine Malerarbeiten von Australien wieder zurück in die Schweiz bringen soll... Denn eines der Bilder ist Leinwand und ziemlich gross... Den Dienstag Nachmittag hatte ich dann ganz alleine für mich. Ich war alleine zu Hause und das habe ich wahnsinnig genossen. Einfach einmal wieder für mich zu sein. Da habe ich beschlossen, seit langem wieder einmal meine Geige hervorzunehmen und zu üben. Aaah das war ein schönes Gefühl! Ich kann's also noch :) Wenn ich zurück in die Schweiz komme möchte ich auf jeden Fall in einem Orchester mitspielen. Ich hoffe dass ich dann irgendwo aufgenommen werde.
Am Mittwoch ging ich am Abend seit langem wieder einmal in den Ausgang. Auch das hat mir gut getan :) Vor Allem, mal wieder tanzen zu gehen bis einem die Füsse so weh tun dass man nach Hause gehen muss.
Am Donnerstag war dann mein letzter Schultag für 3 Wochen! WOW! Meine Schule hat nämlich jetzt half yearly exams und die muss ich nicht schreiben, deshalb habe ich bereits eine Woche vor offiziellem Ferienbeginn Ferien. Das nützte ich dann auch gleich aus und traf mich am Freitag mit Alicja aus Polen in Newcastle, um mit ihr den Tag zu verbringen. Es war schön, einmal mit ihr alleine zu sein und über Gott und die Welt zu reden. Wir gingen zuerst ans Surffest, das im Moment in Newcastle stattfindet. Das ist so wie ein grosser Surf Contest, der mehrere Tage dauert. Wir blieben dort eine Weile und schauten den Surfern zu (sooo viele blonde Köpfe hehehehe), doch es war nicht wirklich was los, deshalb gingen wir dann wieder zurück in die Stadt, um dort einen Kaffee zu haben und ein bisschen durch die Läden zu gehen. Als ich anschliessend wieder nach Hause kam, gingen meine Gastfamilie und ich direkt nach Maitland in die Kirche, an den sogenannten "Youth" Service. Das war ganz gut, doch habe ich mich irgendwie komisch gefühlt. Denn die Frau, die gepredigt hat, sagte so: "nun sollen alle aufstehen, die seit zwei Jahrzehnten oder länger Christen sind /religiös sind", und dann weiter; "alle sollen aufstehen die seit zwei Jahren oder länger Christen /religiös sind", und dann "alle sollen aufstehen, die seit zwei Wochen oder änger Christen / religiös sind" und ich war einfach die Letzte, die immer noch auf dem Stuhl sass und alle schauten mich an... Naja, nach dem Service ist auf jeden Fall niemand zu mir gekommen, um mich irgendwie zu bekehren, was ich gut fand. In der Kirche meiner Gastfamilie ist irgendwie alles sehr familiär und locker, und jeder muss selber entscheiden, was für ihn/sie gut ist und was er/sie glauben will, und es wird niemandem etwas aufgedrängt, und das finde ich sehr gut.
Nach der Kirche gingen wir alle zusammen zu Freunden meiner Gastfamilie nach Hause, wo wir noch einen verspäteten Geburtstagskuchen für Morgan (mein Gastbruder ist vor ein paar Tagen 16 Jahre alt geworden) hatten. Wir blieben dort dann aber bis etwa um 02.30 Uhr am Morgen hängen und kamen erst um etwa 3.00 Uhr wieder zurück nach Hause. Dementsprechend waren wir alle am nächsten Tag ziemlich müde und machten nicht wirklich viel grosses. Meine Gasteltern gingen auf eine Motorradtour und ich und meine Gastbrüder blieben zu Hause. Wenn man viel Zeit und nichts zu tun hat, kommt man auf dumme Ideen :) Aaah das war so lustig, so wie früher, als wir zu Hause im Quartier Streiche gespielt haben... Wir machten Wasserbomben und warfen diese an vorbeifahrende Autos :) Und wir fanden das wahnsinnig lustig. Aaah... Wirklich wie zu guten alten Zeiten im Quartier... Und ich fühlte mich so richtig zu Hause.
Gestern ging ich dann mit meinen Gastbrüdern und Gasteltern nach Maitland, wo meine beiden Gastbrüder den ganzen Tag Motocross Rennen hatten. Ich gehe immer gerne mit, wenn so etwas los ist, denn ich finde es einfach interessant und auch lustig, all diese Jungs und Männer mit ihren Motorrädern, ihren Spielzeugen zu sehen... Morgan und Tyrone waren ziemlich gut!!
Ja, nun beginnt wieder eine neue Woche, meine zweitletzte Woche bei den Gilks', meiner momentanen Gastfamilie. In weniger als zwei Wochen werde ich zu meiner vierten und letzten Gastfamilie ziehen, den McGregors, die in Valentine wohnen. Ich werde also zurück nach Valentine gehen. Wohnen werde ich bei Jenni und Kate McGregor, ich werde also mit meiner neuen Gastmutter Jenni und meiner neuen Gastschwester Kate wohnen. Mein Gastbruder aus meiner 4. Familie wohnt in Canberra, also werde ich mit ihm wohl nicht viel zu tun haben; und mein Gastvater aus meiner 4. Familie ist leider vor ein paar Jahren an einem Herzinfarkt gestorben...

Hier schon mal im Voraus meine neue Adresse (gültig ab 20. April 2008)

Olivia Ruetti
134 Dilkera Avenue
Valentine NSW 2280
Australia

Ph: 0061 2 4946 5090

So, das wärs für diese Woche, ich melde mich bald wieder.
Alles Liebe und Gute
Olivia