Sonntag, 3. Februar 2008

Nanny Joy

Am Freitag ging ich mit meiner neuen Gastmutter Rebekah nach Sydney, um Nanny Joy zu besuchen. Nanny Joy lebt in Sydney in den Eastern Suburbs und ist die Mutter meines Gastvaters Kevin. Wir fuhren also am Morgen los und trafen am Mittag bei ihr zu Hause ein. Nanny Joy ist soo lustig und wirklich noch topfit, und sie redet vor Allem wahnsinnig viel. Halt so wie alte Leute sind, die alleine wohnen, jedes kleine Ding das ihnen passiert ist wahnsinnig wichtig und muss erzählt werden. Aber das war lustig und ich fand es schön, sie kennenzulernen. Wir gingen also am Nachmittag alle zusammen zu Paddy's Markets in Chinatown. Paddy's Markets ist eine riesengrosse Markthalle wo man ganz viele billige Sachen ohne Qualität finden kann und das macht richtig Spass, dort hindurch zu laufen. Ich kaufte mir ein paar Pins für den Blazer, denn dort findet man die Günstigsten, und ich kaufte mir eine riesengrosse Australien Fahne für nur 15$ :) Das war also wirklich gut. Und dort hatte es noch so Stände wo man Perücken anprobieren konnte, und das machten wir dann auch :) Ich probierte eine lange Blonde und eine lange Dunkle und ich sah mit beiden soo anders aus! Danach hatten wir in Chinatown afternoon tea und gingen anschliessend zum Coogee Beach, einem der vielen Strände Sydney's. Leider war das Wetter nicht so gut und es war auch wieder ziemlich kühl geworden, deshalb gingen wir nicht "an" den Strand, sondern schauten ihn uns einfach an. Rebekah und ich: Nanny Joy at Coogee Beach: Etwas versteckt vom Strand und der Öffentlichkeit war so ein Bad nur für Frauen und Kinder, und das schauten wir uns auch noch an. Wir fuhren ein bisschen in der Gegend herum und sahen all die riesigen Villen, von wo man einen wunderbaren Ausblick aufs Meer hat, an! Da ist schon sehr viel Geld :) Das ist noch ziemlich interessant, denn dieses Bad ist eigentlich für Nonnen und Musliminnen gedacht. Es war aber niemand dort, als wir dort waren. Etwas später gingen wir dann ins Pub oberhalb von Nanny Joy's Wohnung und hatten dort Abendessen. Wir hatten es lustig, Nanny Joy hat uns also gut unterhalten :) Am nächsten Tag wollten wir eigentlich an den Bondi Beach gehen (Bondi Beach ist der bekannteste Beach von Sydney), doch da es regnete fuhren wir nur kurz vorbei und schauten ihn uns aus der Ferne an. Ich werde dann ein anderes Mal wieder hingehen wenn das Wetter einmal besser ist. Der Strand ist riesengross!! Es waren so viele Leute dort, die Sport machten, was ich sehr gut fand :) Überall sah man Jogger und Surfer und so weiter. Die Leute in den grösseren Städten sind allgemein irgendwie fitter und schlanker als die Leute auf dem Land, habe ich festgestellt. Wir mussten dann nun die Pläne ändern und gingen anstatt zum Strand zum grossen Einkaufszentrum Bondi Junction, um ein bisschen Zeit zu vertreiben. Wir schauten uns die superteuren Läden an und ich war fasziniert, wie gross das Zentrum ist!! Nachdem wir Lunch hatten gingen wir noch in einen Park in den Eastern Suburbs (leider habe ich den Namen des Parks vergessen), der auch riesengross und sehr schön war. Überall hatte es Seen und Schwäne, und wir fuhren sogar noch an einer Hochzeit vorbei! Ich finde es schön, wie viele grüne Stellen, Pärke und Bäume Sydney hat! Anschliessend mussten Rebekah und ich uns auf den Heimweg machen, denn ich ging am Abend mit Lucy, Nykiter, (Freundinnen von Samantha und meiner Gastfamilie) Juan Carlos aus Mexico und Xavier aus Belgien in den Ausgang in Newcastle. Lucy und Nykiter sind zwei super Mädchen und wir hatten es wirklich gut zusammen. Am nächsten Tag nahm mich dann meine Gastfamilie mit in die Kirche. Ich dachte, wieso nicht? Ich dachte dass ich mir das Ganze mal anschaue, und wenn es mir dann wirklich nicht passt, muss ich ja nicht mehr hingehen. Aber es war eigentlich ganz gut, und niemand wollte mich irgendwie bekehren oder so :) Aber die Kirche hier ist soooooooo anders als in der Schweiz!! Das war wirklich sehr interessant muss ich sagen! Erstens ist es nicht katholisch, sondern reformiert, und dort wo wir hingingen, das war gar keine Kirche, sondern eher so ein Kirchgemeindehaus. Wir waren in einem Saal mit Stühlen (keine Holzbänke!) und dort hatte es eine Bühne wo eine Band spielte und Frauen sangen, und dort wurde auch gepredigt. Das ganze war sehr locker und mit viel Musik (also moderne Musik, keine Orgel oder so, das hat es dort gar nicht) und einfach ganz anders. Der "Gottesdienst" (was eigentlich nicht wirklich ein Gottesdienst war, den ich mir gewohnt bin, sondern eher ein Zusammentreffen der Gemeinde, um zusammen zu singen und zu beten) dauerte zwei Stunden und danach hatten wir alle Lunch dort. Als wir wieder zurück nach Hause kamen, waren wir alle immer noch sehr müde weil wir ja die letzte Nacht nicht so viel geschlafen hatten, und deshalb schauten wir einfach einen Film und hatten es gemütlich. Das Wetter war nämlich immer noch nicht gut. Am Abend holten mich Shann und Doreen ab, um tanzen zu gehen. Es war sehr schön, wieder ein bisschen Zeit mit meiner zweiten Gastfamilie zu verbringen und zu plaudern und ich genoss es sehr. Ich vermisse sie schon ein bisschen, aber ich mag meine dritte Gastfamilie wahnsinnig gerne, deshalb ist es nicht so schlimm. Ich fühle mich schon jetzt wirklich wie ein Mitglied der Familie! Da ist zum Beispiel folgendes: In meiner ersten und zweiten Gastfamilie schlossen alle ihre Schlafzimmertür, wenn sie ins Bett gingen, und ich auch. Aber hier bei den Gilks' lassen alle die Tür offen, und ich auch. Und das ist zwar nur eine kleine Sache, aber irgendwie macht das schon einen riesen Unterschied. Denn die Schlafzimmer sind alle nahe beieinander und irgendwie ist man sich dann auch näher und fühlt sich viel mehr als Mitglied der Familie... Das ist irgendwie lustig, aber ich finde das schön. Ich fühle mich wirklich sehr wohl.

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